WIR BRENNEN – Eine Meta-Produktion zum Verschwinden des Theaters

  

Februar bis März 2021 auf den sozialen Medien

 

 

WIR BRENNEN denkt die seit März 2020 bestehende Abwesenheit des Theaters bis ins Absurde weiter. Wir stellen die Frage, wie Theater stattfinden kann, das nicht existiert – oder wie Theater existieren kann, wenn Theater nicht stattfindet.

 

Schauplatz des Stückes ist der Ringtheaterbrand 1881: die Vernichtung des Theaters und der Tod vor allem derer auf den billigen Sitzplätzen, verursacht durch kapitalistische Gier und blinde Autoritätshörigkeit.

Das Fleischliche, die Lust, der Schmerz, die Nähe, die Masse, das Extreme, die Wut auf soziale Ungerechtigkeiten: alles soll sich in WIR BRENNEN entladen und zugleich in seiner Abwesenheit spürbar werden.

 

Fünf Wochen bis zur „Aufführung“ am 19. März hatte das Publikum auf Facebook und Instagram die Gelegenheit, die Produktion des Nicht-Stückes zu verfolgen, sich mit auf die Suche nach dem verlorenen Theater zu begeben und zu beobachten, wie Theater sein kann, das nicht sein kann: ein verlorener Spielort, ein Regisseur in einer anderen Zeitzone, eine Schauspielerin ohne Rolle, 1700 Abstandselefanten. Online vermittelt sich das Schauspiel um ein Schauspiel, das unmöglich große Ansprüche an sich stellt, weil es ohnehin nicht sein kann – oder doch.

WIR BRENNEN wurde gefördert durch die Stv. Geschichte und die IG Geisteswissenschaften.

 

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Marina Dordevic und Lisa de Nada (www.lisadenada.at)

 

Pflasterstein & Pfirsichbowle: Nöstlinger-Geschichten für Erwachsene

 

"Inside the Characters" Teaser Performance und Prozessschau zur Rollenentwicklung, Oktober 2019, Bilderbox Vienna

 

November 2019 & Februar 2020 bei Ortnerbücher, 1080 Wien

März 2020 als Stationentheater in der CARLA Mittersteig, 1050 Wien

Juli 2020 im 48er Tandler, 1050 Wien

Oktober 2020, Open Air auf derTerrasse des Café OBEN über der Stadtbücherei, 1070 Wien

„Lieserls Zimmerlinde hat ihr geklagt, dass sich ihr unterer Teil, der im Topf vergrabene, recht einsam fühle und nach einem Haustier sehne.“

Wir wachsen und wuchern, wir suchen einen Platz zum Wurzeln-Schlagen, aber stillhalten wollen wir auch nicht. Wir wissen gar nicht, was wir wollen – einen Mensch-zum-Dableiben, eine andere Welt, ein anderes Ich.

Vier Frauen, ein Hund und eine Zimmerlinde begeben sich in und mit Geschichten von Christine Nöstlinger auf die Suche nach ihrem Platz in dieser Welt, in die sie noch nicht ganz hineingewachsen sind.

Gemeinsam mit dem Publikum sucht eine Leserin in den Geschichten „Was wäre wenn“, „Hugos Dritte große Liebe“ und „Gugurells Hund“ nach Hinweisen auf die Person, die im Nöstlinger-Lesebuch Notizzettel hinterlassen hat – und stößt dabei auf abstruse Vorstellungen vom Leben und vom Frausein, auf schwere Gedanken und auf die Frage, was es denn braucht, zum Glücklichsein. Wenn es ihr zu viel wird, klappt die Leserin das Buch kurz zu. Aber dann wieder auf. Denn das Aufdecken ist eben eine Leidenschaft.

Eine tänzerisch-spielerische Coming-of-Age-Story für alle, die zwar groß geworden sind, aber noch nicht wirklich Wurzeln geschlagen haben.

 

Gefördert vom Bezirk Josefstadt, dem Bezirk Margareten, der MA57, der Bagru Thewi, der IG Germanistik und privaten Unterstützer*innen über Wemakeit.

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Kornflakes Komplex

7.-14. März 2019, Kunsttankstelle Ottakring

Peter Alexander Kopciak als Zwei
JuliaMariaGegenhuber als Null
Vero Gmeindl als Regievocado
Manuel Maccari als Orakel und Leonie Höpler als Odyssea
Melina Marcher im Lustspiegel
Odyssea im Kabelland
Show-Avocados
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„Du...ich hab letzte Nacht was ganz Komisches geträumt. Also da waren so Leute, und die haben Kornflakes gegessen, und das war urwichtig, also ich sag dir, total wichtig. Kennst du das, dass jemandem sowas Banales voll wichtig ist? Als hätten die alle keine Identität außer Kornflakes oder so... Und ich konnte die sehen, aber die konnten mich nicht sehen, ich war nämlich unsichtbar, wie hinter einem Schleier. Und dann lag da ein Spiegel, und ich hab reingeschaut, und mein Kopf war eine Avocado. Hast du sowas auch schon mal geträumt?“

Der Kornflakes Komplex beantwortet keine Fragen, sondern stellt immer nur noch weitere – ein Missverständnis führt zum nächsten, eine Welt zur anderen... und das Publikum sitzt mittendrin.

In einer wilden Assoziationskette, auf vier Bühnen rund um das Publikum, wird ausgelotet wie Identitäten und Realitäten im Miteinander und Gegeneinander konstruiert werden. Auslöser ist die Frage, ob zuerst Milch oder Cornflakes in die Schüssel kommen. Eine absurd-komische, surrealistisch traumlogische Eigenproduktion, die in Rhythmus und Aufbau eher einem Musikstück als einem Drama folgt.

MIT LIVE MUSIK von Niklas Satanik am Hang am 7.3. und 9.3. zum Früh-Stück


ERTRÄUMT, ERSCHAFFEN UND ERSPIELT VOM: damals noch "Theater für die Katz" – Katharina Baresch, Julia Maria Gegenhuber, Veronika Gmeindl, Hannes Hierzegger, Leonie Höpler, Peter Alexander Kopciak, Manuel Maccari, Melina Marcher, Elisabeth Schwarz, Pablo Trujillo Tobaria, Karina Würleitner, Michael Zellner

Odyssea im Kabelland

Eine Performance-Installation bei Raw Matters Large & Long, 12.12.2018

Im Rahmen des Raw Matters am 12.12.2018 wurde eine der Welten aus der Kornflakes Komplex zu einer einstündigen, performativen Installation ausgebaut. Gemeinsam mit Odyssea irrt das Publikum durchs Kabelland. Im abgedunkelten Raum sind quer durch überall weiße Kabel gespannt, darin befinden sich Figuren wie das Orakel von Selphie oder Kirke27. Mit Glühbirnen ausgestattet bewegen sich die Zuschauer*innen zu Sirenengesängen im Wirrwar aus Kabeln, Emotionen und Eindrücken, auf der Odyssee durch diese Internet-Welt.